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Reifenwechsel: Kosten, Termine und die Winterreifenpflicht im Überblick

Reifenwechsel: Kosten, Termine und die Winterreifenpflicht im Überblick

Selim Akcan · 2. Juli 2026

Zweimal im Jahr steht für die meisten Fahrzeuge der Reifenwechsel an, und dabei stellen sich immer dieselben Fragen: Was kostet das, wann ist der richtige Zeitpunkt, und was schreibt der Gesetzgeber eigentlich vor? Dieser Beitrag fasst die Winterreifenpflicht zusammen, erklärt den Unterschied zwischen Rad- und Reifenwechsel und nennt realistische Preisspannen für Wechsel, Einlagerung und Reifendrucksensoren.

Kurz gesagt: In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht: Bei Glätte, Schneematsch oder Reif müssen Winterreifen montiert sein, unabhängig vom Kalenderdatum. Seit Oktober 2024 zählt dafür nur noch das Alpine-Symbol, eine reine M+S-Kennzeichnung reicht nicht mehr. Ein Radwechsel (komplette Räder tauschen) kostet deutlich weniger als ein Reifenwechsel, bei dem die Reifen von der Felge genommen und neu aufgezogen werden. Als Faustregel für den Profilwechsel gilt: Winterreifen ab etwa 4 Millimeter, Sommerreifen ab etwa 3 Millimeter Restprofil ersetzen, spätestens aber nach 8 bis 10 Jahren unabhängig vom Profil.

Winterreifenpflicht kompakt

RegelSeit wannBußgeld bei Verstoß
Situative Pflicht bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte (§ 2 Abs. 3a StVO)seit 2010, verschärft 201760 Euro und ein Punkt, bei Behinderung 80 Euro, bei Unfall mehr
Nur Reifen mit Alpine-Symbol gelten als wintertauglichseit 1. Oktober 2024reine M+S-Reifen ohne Alpine-Symbol zählen nicht mehr als Winterreifen

Die bekannte Faustregel „von Oktober bis Ostern" ist nur eine Orientierung, keine gesetzliche Frist: Entscheidend ist die tatsächliche Witterung. Als grober Anhaltspunkt gelten Sommerreifen erst dann als geeignet, wenn die Temperatur dauerhaft über etwa 7 Grad liegt. Neben dem Bußgeld drohen bei einem Unfall mit falscher Bereifung auch Ärger mit der Kaskoversicherung und, je nach Fallgestaltung, eine Mitschuld.

Die Umstellung auf das Alpine-Symbol betrifft vor allem ältere Reifen, die ausschließlich mit „M+S" gekennzeichnet sind: Diese durften nach einer Übergangsregelung noch bis zum 30. September 2024 als Winterreifen genutzt werden, seit dem 1. Oktober 2024 gilt das nicht mehr. Wer unsicher ist, findet das Alpine-Symbol (ein stilisierter Berg mit Schneeflocke) auf der Reifenflanke neben der Profilstruktur. Ganzjahresreifen tragen dieses Symbol in der Regel ebenfalls und erfüllen die situative Pflicht damit ganzjährig.

Radwechsel oder Reifenwechsel: der Unterschied

Die beiden Begriffe werden oft synonym verwendet, meinen aber unterschiedliche Arbeiten:

Was passiertDauerPreisspanne
Radwechselkomplette Räder (Reifen auf eigener Felge) werden getauschtkurz, wenige Minuten pro Radca. 20 bis 50 Euro für vier Kompletträder
Reifenwechsel („Umziehen")Reifen werden von der Felge genommen, neue aufgezogen und ausgewuchtetlänger, da pro Reifen mehr Arbeitsschritteca. 15 bis 30 Euro pro Reifen, ca. 60 bis 120 Euro pro Satz
Auswuchten alleinRad wird neu ausgewuchtet, ohne Reifen zu wechselnkurzca. 5 bis 15 Euro pro Rad

Wer einen zweiten Kompletträdersatz besitzt, kommt mit dem günstigeren Radwechsel aus; wer nur einen Reifensatz auf einem Felgensatz fährt, braucht zweimal im Jahr den aufwendigeren Reifenwechsel. Bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem (RDKS), das seit November 2014 für Neuwagen vorgeschrieben ist, kommt bei direkten Systemen mit Sensor im Rad ein Sensorservice beziehungsweise Anlernen hinzu; ein Zweitsatz benötigt eigene Sensoren, die zusätzlich etwa 30 bis 80 Euro pro Stück kosten.

Warum die Preisspanne so breit ausfällt, hat mehrere Gründe: Reifengröße und Felgentyp beeinflussen den Arbeitsaufwand, ebenso ob RDKS-Sensoren angelernt werden müssen und ob die Werkstatt in einer Stadt mit höheren oder niedrigeren Betriebskosten sitzt. Wie sich die Stundensätze zwischen Werkstätten grundsätzlich unterscheiden, erklärt unser Beitrag zum Stundensatz-Vergleich. Eine Online-Terminbuchung mit Angabe von Fahrzeugmodell und Reifengröße liefert vorab meist eine verbindlichere Preisauskunft als eine telefonische Schätzung.

Wann Reifen wirklich getauscht werden müssen

Das gesetzliche Mindestprofil liegt bei 1,6 Millimetern, ADAC und TÜV-Verband empfehlen jedoch, Winterreifen bereits ab etwa 4 Millimetern und Sommerreifen ab etwa 3 Millimetern zu ersetzen, weil die Fahreigenschaften vorher spürbar nachlassen. Das Alter lässt sich an der DOT-Nummer auf der Reifenflanke ablesen (Kalenderwoche und Jahr der Herstellung): Winterreifen sollten nach etwa 6 Jahren, alle Reifen spätestens nach 8 bis 10 Jahren ersetzt werden, weil der Gummi unabhängig vom Profil aushärtet. Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol sind zulässig und für Wenigfahrer in milden Regionen eine Option, bei ausgeprägtem Winter oder viel Autobahnfahrt bleiben sie ein Kompromiss gegenüber getrennten Sätzen. Welche Mängel an Reifen bei der Prüfung beanstandet werden, beschreibt unser Beitrag zur Hauptuntersuchung.

Ein unregelmäßiges Abnutzungsbild ist ein weiteres Warnzeichen: Ist ein Reifen an der Innen- oder Außenkante deutlich stärker abgefahren als in der Mitte, deutet das auf eine fehlerhafte Achsgeometrie oder einen falschen Luftdruck hin und sollte unabhängig vom sonstigen Restprofil in der Werkstatt geprüft werden. Auch Beschädigungen wie Risse in der Seitenwand, Beulen oder eingeschlagene Fremdkörper sind ein Grund für den Austausch, selbst wenn das Profil noch ausreicht.

Checkliste für den Reifenwechsel

Vor und nach dem eigentlichen Wechseltermin lohnt sich ein kurzer Check anhand dieser Punkte:

  • Profiltiefe an mehreren Stellen jedes Reifens messen, nicht nur an einer.
  • DOT-Nummer prüfen und das Alter aller vier Reifen notieren.
  • Reifendruck nach dem Wechsel auf den vom Hersteller angegebenen Wert einstellen.
  • Laufrichtung beachten, falls die Reifen laufrichtungsgebunden sind.
  • Reifen mit mehr Restprofil nach Möglichkeit auf die Hinterachse.
  • Radschrauben nach etwa 50 bis 100 Kilometern mit einem Drehmomentschlüssel nachziehen lassen.

Viele Werkstätten bieten an, den Reifenwechsel mit anderen Terminen zu verbinden, etwa mit dem Bremsenwechsel oder der Inspektion — das spart eine zusätzliche Fahrt.

Reifen richtig einlagern und Termine planen

Wer die Reifen selbst lagert, sollte sie kühl, dunkel und trocken aufbewahren. Reifen mit Felge liegend gestapelt oder hängend lagern, Reifen ohne Felge dagegen stehend und in regelmäßigen Abständen drehen, damit sie sich nicht einseitig verformen. Es hilft, die Position (vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts) auf jedem Reifen zu markieren, damit sie später wieder an derselben Achse montiert werden. Wer die Reifen bei der Werkstatt einlagern lässt, zahlt dafür üblicherweise etwa 30 bis 80 Euro pro Saison, teils inklusive Reinigung und Prüfung auf Beschädigungen. Alte Reifen, die nicht mehr verwendet werden, lassen sich für etwa 2 bis 5 Euro pro Stück fachgerecht entsorgen.

Wer die Einlagerung selbst übernimmt, sollte die Reifen vor dem Verstauen zusätzlich auf Beschädigungen und Fremdkörper wie eingedrückte Nägel oder Schrauben untersuchen, damit ein Defekt nicht erst beim nächsten Wechsel auffällt. Ein Foto von Profiltiefe und Zustand zum Zeitpunkt der Einlagerung erleichtert später den Vergleich.

Termine sind in den Stoßzeiten Oktober und November sowie März und April besonders gefragt; eine frühzeitige Online-Terminbuchung erspart lange Wartezeiten. In unserem Verzeichnis finden Sie unter „Autowerkstatt" die Betriebe Ihrer Stadt mit Bewertungen, Öffnungszeiten und einer Zusammenfassung dessen, was andere Kundinnen und Kunden über Wechseltermine und Einlagerung berichten.

Quellen: § 2 Abs. 3a StVO, Bußgeldkatalog, ADAC, TÜV-Verband, DEKRA, EU-Verordnung zu Reifendruckkontrollsystemen (RDKS).

Häufige Fragen

Wann gilt die Winterreifenpflicht in Deutschland?

Es gibt keine feste Kalenderfrist, sondern eine situative Pflicht nach § 2 Abs. 3a StVO: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte müssen Winterreifen montiert sein. Die Regel „von Oktober bis Ostern" ist nur eine Orientierung. Seit Oktober 2024 zählen nur noch Reifen mit Alpine-Symbol als wintertauglich.

Was kostet ein Reifenwechsel?

Ein Radwechsel mit vier kompletten Rädern kostet etwa 20 bis 50 Euro. Müssen Reifen von der Felge genommen und neu aufgezogen werden, liegen die Kosten bei etwa 15 bis 30 Euro pro Reifen beziehungsweise 60 bis 120 Euro für den ganzen Satz, jeweils je nach Fahrzeug, Region und Werkstatt.

Was ist der Unterschied zwischen Radwechsel und Reifenwechsel?

Beim Radwechsel werden komplette Räder — Reifen samt eigener Felge — getauscht, das geht schnell und kostet für vier Räder etwa 20 bis 50 Euro. Beim Reifenwechsel, auch „Umziehen" genannt, werden die Reifen von der Felge genommen, neu aufgezogen und ausgewuchtet, was mehr Arbeitszeit und damit spürbar höhere Kosten pro Satz bedeutet.

Ab welcher Profiltiefe sollten Reifen gewechselt werden?

Gesetzlich vorgeschrieben ist ein Mindestprofil von 1,6 Millimetern. ADAC und TÜV-Verband empfehlen jedoch, Winterreifen bereits ab etwa 4 Millimetern und Sommerreifen ab etwa 3 Millimetern zu ersetzen, weil sich die Fahreigenschaften vorher spürbar verschlechtern. Unregelmäßige Abnutzung an einer Reifenkante ist zusätzlich ein Warnzeichen für falschen Luftdruck oder eine fehlerhafte Achsgeometrie.

Wie lagere ich Reifen richtig ein?

Kühl, dunkel und trocken. Reifen mit Felge liegend oder hängend lagern, Reifen ohne Felge stehend und regelmäßig drehen. Die Position (vorne links, vorne rechts, hinten links, hinten rechts) auf jedem Reifen markieren, damit sie später wieder an derselben Achse montiert werden.

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